Die tägliche Hausarbeit ist eine mühselige Aufgabe, die wohl jeden schon mal genervt hat. In Bad und Küche gilt es Verunreinigungen und Rückstände zu entfernen, damit die Oberflächen sauber sind, schöner aussehen und vor allem genügend Hygiene für die weitere Benutzung gewährleistet ist. Die Putzmittelindustrie stellt dazu allerlei Hilfsmittel zur Verfügung, die die schwere Arbeit erleichtern. Und die lassen sich auch anders einsetzen.
Chemie hilft im Haushalt
Kalkflecken und Speisereste sowie andere auch unappetitliche Verunreinigungen werden heutzutage im Haushalt mit chemischen Wunderwaffen beseitigt. Längst sind es nicht mehr nur Essig oder Zitronensäure, die dazu beitragen, dass die Arbeit per Muskelkraft wirksam unterstützt wird. Reiniger mit kleinen Putzkörperchen, Bleichmitteln und Duftstoffen verstärken den Effekt der Reinigung und komplettieren den Gesamteindruck der sprichwörtlich strahlenden Sauberkeit im ganzen Haus. Aus grau wird weiß und bei stumpfen verkalkten Oberflächen kehrt der Glanz durch ihren Einsatz zurück. Doch auch außerhalb des Haushalts dienen die Putzmittel als Hilfsmittel und verhelfen durch das Wiedererstrahlen der ursprünglichen Oberfläche einer so gar nicht mit Hausarbeit verwandten Disziplin zur Erscheinung. Denn mit Putzmitteln, Bürsten und Reinigern wird auch Kunst gemacht.
Putzen als Kunstform
Die Rede ist von Reverse Graffiti. Es handelt sich um eine Kunstform im öffentlichen Raum, an Mauern, Gebäuden und Bauwerken, die über die Jahre eine Patina angesetzt haben, deren Entfernung den Besitzern oder den öffentlichen Behörden zu teuer oder schlicht unnötig erscheint. Denn durch Luftverschmutzung, Abgase oder Taubenkot würde eine Reinigung schon nach ein, zwei Wochen wieder erforderlich sein. So gehören grün oxidierte Kupferdächer, mit Ruß belegte Steine und verwitterte Mauern längst zum Stadtbild. Reverse Graffiti Künstler bewaffnen sich mit den hochwirksamen Reinigern und allerlei Putzutensilien und “malen” ihre Bilder in den Dreck. Ausgeführt wird die zugrunde liegende Technik mit Hilfe von Schablonen, die zunächst auf eine verschmutzte Fläche aufgeklebt werden. Die Schablonen fertigen die Künstler in Heimarbeit aus Folien an und kreieren dabei Motive, die von kleinen Ornamenten bis hin zu großflächigen Bildern variieren. Die ausgesparten Teile werden dann sauber geschrubbt und so entsteht aus dem Wechsel von dreckig und sauber ein Bild aus hellen und dunklen Flächen. Da das Bild nicht auf die öffentlichen Wände gemalt wird, sondern nur durch das Entfernen von Schmutz entsteht, fällt diese Kunstform nicht unter Vandalismus, wie etwa das echte Graffiti. Außerdem handelt es sich gewissermaßen um temporäre Kunst, denn nach einigen Wochen, die das Kunstwerk wieder dem Staub und Dreck der Stadt ausgesetzt ist, verschwindet es wieder von selbst. Eigentlich schade, oder?
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